| CD KRITIKEN
WIENER CHOPIN-BLÄTTER Klingende Tanzgedichte und Entdeckungen So darf La Valse, die neueste CD der österreichischen
Pianistin Susanna Artzt, bezeichnend auch genannt werden.
Maurice Ravels großes Klavierwerk La Valse
(Poème chorégraphique pour piano seul) eröffnet die Stunde des Dreivierteltakts
und legt erneut Zeugnis des pianistischen Könnens in Aufbau und klanglichen
Feinheiten ab. Mit seinen beiden Menuet sur le nom d' Haydn
und Menuet antique beschließt die Künstlerin feinsinnig eine
Aufnahme, die zeigt, wie hervorragend der Komponist und die Pianistin
mit alter Musik und Kontrapunkt umzugehen verstehen. Von 14 Werken dieser CD sind 8 Welt-Ersteinspielungen! Franz Schrekers (1878-1934) Walzer-Impromptus op.9 Nr.1 und 2 sind akkordisch fein verbundene, positiv klingende Melancholie, die tief in sich geht oder mit markant zauberhaften Melodien betört. Von Franz Xaver Mozart (1791-1844), dem jüngsten Kind des großen Wolfgang Amadeus, erklingen Six Polonaises mélancoliques op.17. Seine Lehrer Joseph Haydn, Nepomuk Hummel, Antonio Salieri und Georg Albrechtsberger hatten ihm künstlerisch die Möglichkeit gegeben, mit 17 Jahren Wien in Richtung Polen (Lemberg) zu verlassen, wo er nahezu 30 Jahre als Hauslehrer, Chor-Gründer und Leiter tätig war und komponierte. Die sehr interessanten und gut klingenden 6 Polonaisen könnte man nahezu mit kurzen Worten beschreiben: Gesungene Melancholie, Leichter Anklang an Chopin, Wohlklingende Entschlossenheit, Wenn schon, denn schon!, Erklärung, warum melancholisch, Suche nach nötiger Hilfe größer werdend. Die Pianistin sei herzlichst dafür bedankt, nicht nur erstklassig künstlerisch, sondern auch ebenso entdeckerisch tätig gewesen zu sein. Helmut Batliner (Gramola Nr.98809) ............................................................................................... ÖSTERREICHISCHE MUSIKZEITSCHRIFT Hohes instrumentales Niveau und interpretatorisches Ethos:
solches Lob fällt mir nicht schwer, der Pianistin Susanna Artzt zu zollen,
die für das immer rühriger werdende Label Gramola eine Walzer-Zusammenstellung
gewagt hat. Bekanntes von Chopin und Ravel stellt sie liebenswerten, kaum
je beachteten Polonaisen von Franz Xaver Mozart und ebenso selten gespielten
Walzer-Impromptus von Schreker entgegen: eine österreichische Pianistin,
die weiß, was sie will und auch über das nötige Können verfügt, ihrem
Willen Klang und Form zu verleihen. ............................................................................................... PIANO NEWS Susanna Artzts Debut CD wurde vor drei Jahren von PIANO
NEWS zur CD des Doppel-monats gewählt. In der aktuellen Ausgabe spricht sie über ihre bisherige Karriere,
über ihre neue CD mit zwei Weltersteinspielungen und über vieles mehr.
Susanna Artzt war uns bereits aufgefallen, als sie ihre erste CD veröffentlichte. Sogleich wurde diese CD mit Werken von Claude Debussy, Lili Boulanger und Alexander Skrjabin zur CD des Doppelmonats gekürt. Besonders hatte sie die Redaktion durch ihre feinsinnige Nuancierung und ihren extremen Farbenreichtum im Spiel überzeugt. Als sie im September vergangenen Jahres zu Gast im Bechstein Centrum Köln war, nahmen wir die Gelegenheit wahr und sprachen mit ihr über ihren bisherigen Werdegang und ihre Vorstellungen. Susanna Artzt hat sich in Österreich schon einen guten Namen erspielt und sieht sich selbst auf einem Sprung... Und wir sind uns nach diesem Treffen und Gespräch auch sicher: Diese Pianistin wird ihren Weg machen, wird immer mehr erreichen können. Denn Susanna Artzt ist eine nachdenkliche, eine ernsthafte Musikerin, die Lust am Spiel hat. Und das hört man. ............................................................................................... PIANO NEWS CD des Doppelmonats Als Schülerin von Paul Badura-Skoda, nach mehreren Wettbewerbsgewinnen und viel gelobten Konzerten, liegt nun die erste CD der jungen in Österreich lebenden Pianistin Susanna Artzt vor. Und welch ein Debut! In vielerlei Hinsicht macht sie den Vorschusslorbeeren, die ihr die Presse bei ihrer ersten Deutschlandtour im Jahre 1999 zuerkannte, alle Ehre. Da ist es auf der einen Seite ungewöhnlich, dass eine CD-Einspielung nicht auf einem Konzertflügel stattfindet, sondern auf einem Kammerkonzert-Flügel (in diesem Fall der Bösendorfer 225), der unter den Fingern von Artzt aber geradezu sinfonisch zu klingen vermag. Doch bei der interessanten Programmauswahl, die die junge Pianistin sich ausgewählt, ist das Donnern denn auch nur selten vonnöten. Mit Debussys Images und Estampes sowie dessen L´isle joyeuse verströmt sie blumige Klangwelten, extrem durchsichtig und klar akzentuiert, mit viel emotionaler Tiefe. Anschlagskultur ist das Zauberwort, mit dem das Spiel von Susanna Artzt gekennzeichnet werden kann. Dabei akzentuiert sie bestechend spannungsreich, so dass diese allgemein bekannten Werke befreit von Überzuckerung und Verklärung neuartig faszinierend erklingen. Und da ist noch etwas weiteres Bemerkenswertes an dieser Einspielung: Lili Boulangers Trois Morceaux, die überaus selten eingespielt werden. In diesen nimmt die Komponistin den Stil Debussys auf und lässt ihn in Richtung Poulenc wandern. Auch in diesen drei Miniaturen begeistert Artzts Spiel. Doch letztendlich weist sich die Pianistin zudem als Kennerin anderer Aussagekräfte aus: Mit der Interpretation von Skrjabins Sonate Nr. 5. Hier beschwört sie nun die Tonwelt des nach Neuem forschenden Geistes des Russen mit dem Pendeln zwischen Lyrik und vehementem Ausbruch so überzeugend herauf, dass man fast von neuer Erkenntnis dieses Werks sprechen kann. Bravo! Carsten Dürer Interpretation: 6 (maximale Punktezahl) ............................................................................................... PIANO JOURNAL - London CD-Besprechung von Paul LANFEAR Susanna Artzts Klangfarben suchen ihresgleichen. Ihre Art den ersten Band der IMAGES zu spielen bietet alles, was man sich wünschen könnte: wunderbar passendes Tempo, ohne oberflächliche Manierismen und eine einwandfreie Beherrschung der Kompositionsstruktur. Lisle joyeuse erhält hier eine unhastige Behandlung, die einen natürlichen Aufbau bis zu den ekstatischen Schlußtakten erlaubt, ohne daß die Musik von der eigenen Virtuosität verschungen wird. Unter Artzts Händen scheint uns dieses Stück auf die Scriabin Sonate vorzubereiten, die die CD beschließt. Auch Estampes erhält eine makellose Ausführung, in welcher die reine Schönheit des Klanges, die in dieser Aufnahme so hervorragend eingefangen ist, den Zuhörer dazu verleitet, sich an jede Note zu klammern, die diese Pianistin spielt. Die Pagodes und Soiree dans Grenade sind so beziehungsreich, wie ihre Jardins sous la pluie spannungsgeladen sind. Von den Gärten im Regen zu den Gärten der Villa Medici, wo die 21jährige Lili Boulanger 3 Jahre bis zum Ausbruch des Krieges im Jahre 1914 verbrachte. Die Trois Morceaux stammen aus diesem letzten Jahr und dieses Tryptichon ist ein bedeutendes Werk im Oeuvre dieser Komponistin, die leider schon 4 Jahre später sterben sollte. Das erste Stück ist das harmonisch kühnste und hat seine Vorläufer zweifellos im zweiten Band der Preludes von Debussy, obwohl sich Boulangers musikalische Stimme als deutlich eigenständig erweist. Susanna Artzt gelingt es die Einzigartigkeit dieser Stimme vollendet einzufangen; von der schwerfaßbaren Melancholie des ersten Stückes, über die kindliche Heiterkeit von Dun jardin clair zur Freude und Vitalität von Cortège. Ein ähnliches Maß von Rückschau findet sich in Scriabins Preludes op.16, und dies wird in Artzts Interpretation zweifellos ausgedrückt. In diesem Fall, natürlich, blickt der Komponist eher auf Chopin als auf Debussy zurück, wenn auch durch das Prisma von Mussorgsky. Wieder ist es die hervorragende Beherrschung der dynamischen Schattierung, die es der Pianistin erlaubt, jede melodische Idee sowohl mit Feinheit als auch mit Klarheit zu artikulieren. Dies zeigt sich noch mehr in der Sonate. Dadurch, daß sie die Virtuosität des Stückes unter Kontrolle hält, enthüllt sie mehr Details und so gelingt es ihr alle Spitzen ohne die übertriebenen Accelerandi zu erreichen, auf die sich so viele Pianisten verlassen, wenn sie den Höhepunkten zustreben. Dies ist nicht ein Scriabin, der völlig hemmungslos gespielt wird, sondern mit einer beispielhaften Gelassenheit und Beherrschung, die hier so passend erscheint, wenn man den Zusammenhang bedenkt, der sich durch die anderen Werke auf der CD ergibt. Diese Aufnahme einer hervorragenden Pianistin regt zum Denken an. ............................................................................................... RONDO Magazin - BRD Susanna Artzt zählt zu den ausgesprochen geschmackvollen Debussy-Interpreten. Kein Detail soll das Ganze regieren. Wer den ersten Band der Images oder die Estampes hört, kann einen Klang bewundern, so sensibel die Grade des piano aushorchend, ein so behutsam eingesetztes Pedal, dass uns die großen Namen in den Sinn kommen. Dieses Spiel ist nicht nur kultiviert, es ist auch ziemlich originell. Matthias Kornemann ............................................................................................... WESTDEUTSCHER RUNDFUNK, WDR 3 Hörproben Vielleicht ist es ja die multi-nationale Herkunft von Susanna Artzt (wobei Sie mir diese saloppe Diktion verzeihen mögen), die diese CD so mitreißend macht. Da gibt es keine Halbheiten oder Kompromisse. Klar ohne Schärfe, deutlich ohne Pedanterie, schwungvoll ohne Hast, kontemplativ ohne Langeweile kommt diese entschiedene, dabei völlig unprätentiöse Einspielung daher. Nie hat man den Eindruck, daß sich hier eine gewollte Interpretation aufdringlich zwischen Werk und Hörer schiebt, vielmehr hat man den Eindruck, daß das, was man hört, eben so sein müsse; diese Musik entsteht in einer frappierend natürlichen Art und Weise, als würde sie gerade vom Komponisten notiert. Mit dem Augenzwinkern der Kosmopolitin nennt Susanna Artzt Claude Debussys LIsle joyeuse ein Schmankerl - und verweist damit auf die neben den poetischen zweifelsohne auch vorhandenen virtuosen Qualitäten mit einer untrüglichen Finalwirkung. Hier wird klar, was bei den Klavierwerken von Lili Boulanger und Alexander Skrjabin nur aufschien: daß nämlich Susanna Artzt neben den unbestrittenen lyrischklanglichen Möglichkeiten ihres Klavierspiels auch über die hochvirtuose Pranke verfügt, die solche pianistischen Anforderungen zu dem machen, was sie sind: nicht mühvolle Plage sondern ein lachendes Spiel (jedenfalls klingen muß es so, und es tut das hier). Susanna Artzt spielt - ich kann es nicht anders sagen - meisterhaft Klavierwerke von Claude Debussy, Lili Boulanger und Alexander Skrjabin - übrigens auch perfekt aufgenommen... Hans Winking ............................................................................................... VIJENAC - KULTURMAGAZIN FÜR KROATIEN ...Kurzgefasst, diese CD Susanna Artzts ist eine gelungene diskographische Produktion, von ausgezeichneter technischer Qualität und, im Sinne von musikalischem Inhalt und seiner Deutung, zweifellos sehr attraktiv! Diese CD macht mit großem Nachdruck auf das enorme Potential der jungen Künstlerin aufmerksam, die mit viel Berechtigung heute ihren Platz unter der Sonne sucht. Bosiljka Peric-Kempf ............................................................................................... KURIER - Wien Entdeckerfreuden Wer Raritäten nachspürt, kann auch bei anderen Klavier-Recitals und Plattenfirmen fündig werden: Susanna Artzt spielt sehr klar strukturiert, technisch souverän und mit differenzierten Klangfarben neben Debussy und Scriabin auch drei kleine Stückchen von Lili Boulanger (1893 bis 1918)... Lilis zauberhaft pointierte Miniaturen lassen ahnen, dass sich die junge Dame neben dem Vorbild Debussy auf neue Wege gewagt hätte (die danach etwa Poulenc und Satie beschritten). Karl Löbl ............................................................................................... KLASSIK HEUTE - BRD In den traumatischen, klaviertechnisch vertrackten Partien der Sonate Nr. 5 von Scriabin zeugen deren leise, andächtige, intime Passagen von Wissen und Einsicht um atmosphärische Belange. Susanna Artzt bietet eine gewinnende, auf eine Live-Begegnung Appetit machende Darbietung ... Eine beachtenswerte Einspielung. Peter Cossé ............................................................................................... ÖSTERREICHISCHE MUSIKZEITSCHRIFT Susanna Artzt nutzt ihre flinke, geschmeidige Technik für ein lebhaftes, im unverdächtigen Sinne gefälliges Debussy-Betreiben. Ihre Entscheidung, sich zwischen den Debussy- und Scriabin-Blöcken für eine französische Rarität herzugeben - nämlich für die drei herzigen Kleinigkeiten von Lili Boulanger - zeugt von diskographischer Klugheit. Eine auf die sicherlich hoffnungsvolle Zukunft von Susanna Artzt geltende Einspielung. ............................................................................................... MORGEN - Kulturmagazin, Österreich Kulturberichte Bewußt auf der Suche nach den meditativen Zügen dieser Stücke zeigt sich die mit feinziselierten Deutungen aufwartende Susanna Artzt bei ihrer Debussy-Boulanger-Scriabin Einspielung. Walter Dobner
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